Hitzefrei im Büro? Ab 35°C möglich!

Pünktlich zum September (!) ist der Sommer mit über 30° C auch in Deutschland angekommen. In vielen Büros steigt die Hitze und es stellt sich zwangsläufig die Frage:

Gibt es auch auf der Arbeit, wie in der Schule, hitzefrei? Die Antwort: ein klares Jein!

In bürokratisch organisierten Land Deutschland könnte man meinen, dass es für alles eine Regel gibt, insbesondere zum Beispiel in der Arbeitsstättenverordnung in der geregelt ist, wie eine Arbeitsstätte einzurichten ist. Die Arbeitsstättenverordnung soll aber lediglich Unfälle am Arbeitsplatz vermeiden und enthält entsprechend keine Regelungen darüber, wie heiß es am Arbeitsplatz sein darf. Allerdings existiert die Arbeitsstätten-Richtlinie (ASR), die in ASR 6 3.3 festlegt, dass die Raumtemperatur +26°C nicht überschreiten soll. „Soll“ bedeutet entsprechend nicht „muss“. Ergänzend für eine weitere Bestimmung der maximal zulässigen Temperatur muss die DIN 1946 betrachtet werden. Diese DIN bezieht sich auf eine Außentemperatur von +32°C, mithin eine Differenz von 6°C zur Raumtemperatur (26° C), damit man keinen Kälteschock bekommt, wenn die kälteren Räume verlassen werden.

Das OLG Hamm legt die Vorschriften so aus, dass zwischen Innen- und Außentemperatur ein Unterschied im Sommer von mindestens 6°C bestehen muss, es in den Innenräumen also immer 6° C kälter sein muss als draußen.

Werden die Räume allerdings heißer als 30° C, so muss der Arbeitgeber reagieren und den Raum durch geeignete Maßnahmen kühlen. Kann er dies nicht, so ist ab einer Temperatur von 35° C  davon auszugehen, dass die Räume zum Arbeiten ungeeignet sind. Der Arbeitgeber müsste in einem solchen Fall andere Räume zur Verfügung stellen können. 

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