Wer zahlt bei Verlust des Wohnungsschlüssels?

So selten kommt es gar nicht vor: Der Verlust des Schlüsselbundes mit Haustürschlüssel.

Nachdem der Zugang zur Wohnung wiedererlangt wurde (hoffentlich ohne teuren Schlüsseldienst) verlangt der Vermieter auf einmal den Austausch der gesamten Schließanlage im Haus. Kostenpunkt (als Beispiel): Mindestens 5.000,- EUR für die Schließanlage. Der Ersatzschlüssel selbst würde nur 10,- EUR kosten. Noch teurer wird es regelmäßig bei Bürogebäuden oder z.B. dem Generalschlüssel für eine Schule.

Die Frage lautet also: Müssen diese 5.000,- EUR gezahlt werden, oder lediglich die Kosten für einen Ersatzschlüssel?

Die Antwort lautet: Grundsätzlich zahlt der Mieter! Nur der Umfang kann sich unterscheiden.

Der Mieter einer Wohnung muss die Sachen, die er in seinem Besitz hat, pfleglich behandeln und vor allem dafür Sorge tragen, dass er sie auch wieder zurückgeben kann und niemand Missbrauch damit betreibt.

Verliert also jemand seinen Schlüssel im z.B. Taxi, am besten noch mit Adressaufkleber der Wohnung am Schlüsselbund, dann besteht die hohe Wahrscheinlichkeit, dass jemand mit diesem Schlüssel in das Haus einbricht. Ein Austausch des Schlosses bzw. der ganzen Schließanlage ist hierbei notwendig. Diese Kosten muss der Verursacher zahlen, also der Mieter, denn er ist Schuld an der hohen Gefahr einer Einbruchs.

Ist kein Adressetikett auf dem Schlüssel und ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass jemand herausbekommt, zu welchem Haus der Schlüssel passt, dann liegt keine große Gefahr vor und ein Austausch sämtlicher Schlösser erscheint in solchen Fällen nicht fair. Der Mieter muss also nur die Kosten für einen Ersatzschlüssel tragen. So hat schon 1972 das Landgericht Mannheim entschieden, Az. 4 S 30/76. In diesem Fall ist dem Mieter der Schlüssel in einen Fluss gefallen.

Ganz anders ist der Fall, wenn der Schlüssel gestohlen wird. Hat der Mieter an diesem Diebstahl keine Schuld (Schlüssel lag z.B. für jedermann zugänglich unbeobachtet herum), dann ist er auch nicht für den Austausch der Schlösser verantwortlich, sondern der Vermieter. Auch die Kosten des Ersatzschlüssel muss streng genommen der Vermieter zahlen.

Übrigens: Kostenersatz gibt es nur, wenn die Schließanlage auch tatsächlich ausgetauscht wird. (So entschieden vom BGH, Urteil vom 5.3.2014 – Az. VIII ZR 205/13).

In jedem Fall bietet sich der Abschluss einer privaten Haftpflichtversicherung für um die 50,- EUR pro Jahr an, die solche Schäden abdeckt.

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